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  • Im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, ob Job & Arbeitgeber passen

    Im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, ob Job & Arbeitgeber passen

    Viele Menschen bleiben in einem Job, der sie unzufrieden macht – oft aus Angst vor dem nächsten Schritt. Sie fürchten, im neuen Job erneut enttäuscht zu werden, und stellen sich die Frage, ob sie nicht wieder in der gleichen Sackgasse landen. Doch genau diese Unsicherheit kannst du minimieren: denn du kannst im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen stellen. Zielgerichtet gestellst, kannst du mit ihnen herausfinden, ob Job und Arbeitgeber wirklich zu dir passen.

    Vielleicht kennst du dieses unsichere Gefühl. Es ist verständlich, denn niemand möchte den Sprung wagen, nur um am Ende erneut enttäuscht zu werden. Doch ein Vorstellungsgespräch ist keine einseitige Prüfung, bei der nur du beurteilt wirst – auch du kannst aktiv herausfinden, ob das Unternehmen wirklich das bietet, was du suchst.

    Warum Vorstellungsgespräche keine Einbahnstraße sind

    Jedes Vorstellungsgespräch bietet dir die Chance, mehr über das Unternehmen, die Menschen und die Bedingungen vor Ort zu erfahren. Es ist der Moment, in dem du herausfinden kannst, ob der Job wirklich zu dir passt.

    Indem du die richtigen, durchdachten Fragen stellst, erkennst du, ob das Unternehmen deine Werte teilt und die Unternehmenskultur zu deinen Vorstellungen passt. So gewinnst du nicht nur Klarheit, sondern auch die Kontrolle über den Prozess.

    Im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen stellen

    Vielleicht hast du Vorstellungsgespräche bisher als notwendiges Übel gesehen. Schließlich geht es ja darum, die Stelle zu bekommen, oder? Doch genau hier liegt der Denkfehler. Es geht nicht nur darum, dass du genommen wirst – es geht darum, dass du selbst entscheidest, ob du diesen Job willst.

    Ein neuer Job sollte eine Verbesserung für dich sein, kein Kompromiss. Dafür ist es entscheidend, im Vorstellungsgespräch nicht nur zu überzeugen, sondern auch gezielt Informationen zu sammeln. Du kannst das Gespräch aktiv nutzen, um die für DICH wichtigen Punkte zu erfragen. Das ist natürlich für jeden sehr unterschiedlich, was als essenziell empfunden wird, daher ist es auch wenig zielführend, sich einfach irgendwelche Fragen aus dem Internet zu nehmen.

    Je genauer du weißt, was dir wichtig ist, desto besser kannst du die Fragen stellen.

    Und dann gilt es nicht nur zuhören, sondern auch beobachten und reinspüren. Damit du so viele Informationen (explizite wie implizite) wie möglich zur Verfügung hast, um später eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Je mehr dieser Informationen du bekommst, desto mehr „Futter“ hast du für deine Entscheidungsfindung und die Einschätzung, ob dieser Job und dieser Arbeitgeber wirklich zu dir passen.

    Was zusätzlich sehr positiv ist: Du übernimmst statt einer passiven Rolle – in der du nur darauf hoffst, einen guten Eindruck zu hinterlassen – eine aktive Rolle. Und das hat nicht nur den Vorteil, dass du „es in der Hand hast“, sondern führt auch zu einem souveränen, klaren Auftritt – was wiederum dein Gegenüber beeindrucken wird.

    Klarheit erlangen: was ist dir wichtig?

    Bevor du ins Vorstellungsgespräch gehst, solltest du dir daher über eines im Klaren sein: Was willst du eigentlich? Was soll sich im neuen Job im Vergleich zu deinem aktuellen ändern? Welche Werte sind dir wichtig?

    Die meisten sind unzufrieden im Job, weil zentrale Punkte nicht stimmen. Vielleicht sind es die mangelnde Wertschätzung, ein unklarer Führungsstil oder fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. Mach dir bewusst, was dich wirklich stört und was du dir stattdessen wünschst.

    Wie du dich darauf vorbereitest, dass du im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen stellen kannst

    Mit diesen Überlegungen im Gepäck kannst du dich gezielt auf das Gespräch vorbereiten. Recherchiere, was du zu den dir wichtigsten Punkten bereits im Internet finden kannst. Schau dir an, welche Werte es nach außen kommuniziert und überlege, ob diese zu deinen Vorstellungen passen. Wichtig ist, dass du dir konkrete Fragen zurechtlegst, die dir dabei helfen, diese Punkte zu überprüfen. Denn wir wissen alle: nicht alles, was auf der Karriereseite des Arbeitgebers buntschillernd geschrieben steht, entspricht der Realität.

    Überlege dir gezielt zu jedem deiner Punkte, die du im Gespräch gern „überprüfen“ möchtest, zielführende Fragen und schreibe dir auch auf, auf welche Aspekte du bei der Beantwortung besonders achten möchtest.

    Diese Vorbereitung gibt dir Sicherheit – und sie zeigt deinem Gegenüber, dass du dir Gedanken machst und genau weißt, was du willst.

    Was deine Haltung über dich aussagt

    Um in einem Vorstellungsgespräch souverän aufzutreten und zu überzeugen geht es um weit mehr als darum, die Fragen „gut“ zu beantworten. Viel wichtiger ist deine innere Haltung. Wenn du weißt, was dir wichtig ist und welche Ziele du verfolgst, strahlst du automatisch Sicherheit aus. Das zeigt sich in deiner Körpersprache, in deiner Stimme und in der Art, wie du Fragen stellst und beantwortest.

    Natürlich kann ein Vorstellungsgespräch immer mit Nervosität verbunden sein – das ist normal. Aber indem du dich gut vorbereitest und dir vor Augen führst, dass auch der Arbeitgeber dich erstmal überzeugen muss, kannst du die Situation entspannter angehen. Ein Vorstellungsgespräch ist keine Prüfung, sondern ein Dialog. Und genauso sollte es sich auch für dich anfühlen.

    Fazit

    Ein Vorstellungsgespräch kann für dich viel mehr sein, als nur ein Schritt zum nächsten Job. Es ist deine Gelegenheit, mithilfe der richtigen Fragen herauszufinden, ob der neue Job und Arbeitgeber wirklich zu dem passen, was du dir vorstellst. Indem du dich bewusst vorbereitest, gezielte Fragen stellst und das Gespräch aktiv mitgestaltest, gewinnst du nicht nur an Klarheit, sondern auch an Selbstvertrauen.

    Und du kannst mir glauben: die Angst vor dem Wechsel verliert an Macht, wenn du die Kontrolle über den Prozess übernimmst. Denn am Ende entscheidest immer noch du, ob der Job deinen Vorstellungen entspricht. Das solltest du dir immer wieder vor Augen halten.

  • Unzufrieden im Job? Warum ein neuer Job nicht immer die Lösung ist…

    Unzufrieden im Job? Warum ein neuer Job nicht immer die Lösung ist…

    „Ich glaube, ich brauche einfach einen kompletten Neuanfang.“ Vielleicht kennst du das, dass sich dieser Gedanke immer wieder einschleicht. Immer dann, wenn du wieder unzufrieden mit deiner Arbeitssituation bist, das Private und die Work-Life-Balance leiden, die Motivation fehlt und die Tage sich zäh anfühlen.

    Die Kündigung, ein Neustart scheint die Lösung zu sein: ein anderes Umfeld, mehr Wertschätzung, bessere Konditionen. Doch die Frage ist doch: ist ein Wechsel wirklich immer die Antwort auf deine Unzufriedenheit? Oder gibt es vielleicht sogar eine leichter umsetzbare Option, die auch dazu führt, dass man sich wieder wohlfühlt?

    In diesem Blogartikel zeige ich dir, warum ein neuer Job nicht immer die Lösung für deine Unzufriedenheit im Job ist.

    Unzufrieden im Job und die Illusion des perfekten Neustarts

    Ich gebe zu, die Vorstellung, einfach zu kündigen und neu anzufangen, hat etwas Befreiendes. Sich zu befreien von fehlender Wertschätzung, zu vielen Überstunden, die einem doch keiner dankt und einem chronisch stressigen Arbeitsalltag. Ein bisschen so wie die Schmerztablette, die man nimmt und dann ist’s wieder gut.

    Doch sind wir ehrlich – und das hast du bestimmt auch schon erleben müssen: die Realität sieht häufig anders aus. Nach den ersten aufregenden Wochen kehrt der Alltag ein, und die Unzufriedenheit meldet sich zurück.

    Kleiner Einschub: natürlich gibt es die Fälle, wo es wirklich der Job, die Tätigkeit an sich ist, die unzufrieden macht. Dabei begleite ich ja auch seit vielen Jahren viele meiner Klient*innen.

    Doch genauso gibt es die Situation, dass die Gründe der Unzufriedenheit ganz woanders liegen. Oder aber: dass ein Jobwechsel aus unterschiedlichsten Gründen zumindest aktuell nicht infrage kommt.

    Vielleicht kennst du auch das in diesen Zeiten, die ja auch von ziemlich vielen Unsicherheiten geprägt sind. Da ist es nur zu verständlich, dass viele an ihrem Job festhalten. Um nicht NOCH eine weitere unsichere Komponente in ihrem Leben zu haben.

    Nicht einfach aushalten: Deine Möglichkeiten gegen Unzufriedenheit im Job

    Auch das ist nachvollziehbar. Und es ist wichtig, dieses Bedürfnis nach Stabilität nicht zu ignorieren. Ganz entscheidend dabei jedoch: am aktuellen Job festzuhalten sollte bitte NICHT heißen, dass du alles einfach nur über dich ergehen lässt und alles nur noch aushältst und erträgst.

    Das ist es aber, was die meisten Menschen tun, wenn sie unglücklich im Job sind und bleiben.

    Mal, weil es komfortabel ist, alles so zu belassen wie es ist. Mal aus Unwissenheit, was man denn schon ändern könnte.

    Was ich dir mitgeben möchte: es ist IMMER lohnenswert, sich auch die aktuelle Jobsituation genauer anzusehen und nach Stellschrauben zu schauen, an denen du drehen kannst, um etwas zum Positiven zu verändern. Denn viel mehr als du vielleicht denkst, liegt in deiner Hand.

    Langfristig beruflich zufrieden: Was wirklich zählt

    Das Schöne: unabhängig davon, ob du noch jahrelang in deinem Job bleibst oder vielleicht in einigen Monaten doch einen Wechsel anstrebst – du hast etwas gewonnen, was dir erstens niemand mehr nehmen kann. Und zweitens was dir immer und immer wieder in jedem Job helfen wird:

    Die Fähigkeit, deinen Job zu gestalten.

    Und damit ist nicht nur die Tätigkeit an sich gemeint, sondern vor allem ganz viel IN DIR, also wie du mit bestimmten Herausforderungen umgehst, die – wir kennen es doch alle – immer und immer wieder auftauchen werden. Ganz egal wie toll der Job objektiv doch ist.

    Um nur mal ein Beispiel zu nennen: wenn es dir schwer fällt, dich abzugrenzen, nein zu sagen, dann kannst du einen noch so „perfekten“ Job haben, früher oder später fällt dir genau das wieder vor die Füße und wird dazu führen, dass du wieder unzufrieden im Job bist. Daher ist mir immer wichtig, solche Themen auch bei einem Jobwechsel immer auch mit im Blick zu haben – damit es dir auch LANGFRISTIG richtig gut geht.

    Ebenso können unrealistische Erwartungen dazu führen, dass selbst ein objektiv guter Job enttäuscht. Frustration also wieder vorprogrammiert. Aber: kein Arbeitsplatz ist perfekt, und jede Stelle bringt auch weniger spannende Aufgaben oder stressige Phasen mit sich. Wenn du mit der Haltung „Der nächste Job muss besser sein“ startest, riskierst du, dich schnell wieder in denselben Frust zu stürzen.

    Ein weiteres Thema sind innere Muster. Wer Konflikten ausweicht, zu viel Verantwortung übernimmt oder ständig Bestätigung sucht, trägt diese Verhaltensweisen auch in den neuen Job. Ohne Reflexion begegnen dir dieselben Schwierigkeiten einfach in neuem Gewand.

    Auch ein fehlendes Verständnis deiner eigenen Werte kann die Unzufriedenheit verstärken. Wenn du nicht weißt, was dir wirklich wichtig ist – sei es Freiheit, Kreativität oder Sicherheit –, fällt es schwer, die richtige Stelle zu finden.

    Und Perfektionismus ist ein weiterer Grund, warum du dich selbst in jeder Umgebung unter Druck setzen könntest. Solange diese Themen ungelöst bleiben, bietet ein Wechsel selten die erhoffte Erleichterung.

    Unzufriedenheit als Einladung zur Reflexion

    Die gute Nachricht ist doch aber: du kannst deine Unzufriedenheit nutzen. Immer. Denn: Unzufriedenheit ist ein Signal. Sie zeigt dir, dass etwas nicht stimmig für dich ist, und gibt dir die Chance, innezuhalten. Statt die Unzufriedenheit schnell durch Aktionismus zu bekämpfen, lohnt es sich, genauer hinzusehen:

    • Was genau stört dich? Sind es die Aufgaben, die Kolleg*innen, die Arbeitszeiten – oder vielleicht deine eigenen Gedanken über die Arbeit?
    • Welche Rolle spielst du selbst? Hast du die Gewohnheit, dich in Schwierigkeiten zu verbeißen, oder fällt es dir schwer, um Unterstützung zu bitten?
    • Was würde dich wirklich glücklich machen? Oft suchen wir nach äußeren Lösungen, ohne zu wissen, was wir eigentlich brauchen.

    Ein solcher Blick nach innen erfordert Mut, aber er bringt Klarheit. Und Klarheit ist die Grundlage für jede echte Veränderung – das wirst du bereits wissen, wenn du mich schon ein bisschen kennst.

    Warum innere Arbeit nachhaltiger ist

    Nachhaltiger als „einfach nur“ nach einem neuen Job zu schauen, ist es daher, vor allem an Ursachen für Unzufriedenheit zu arbeiten, die du beeinflussen kannst. Also die Art zu denken oder dich zu verhalten. Und wenn du dich schon mal ein bisschen mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftig hast, wirst du wissen: schon eine kleine Veränderung deines Denkens und Handelns kann eine enorme Wirkung auf dein Wohlbefinden haben.

    Denke nur mal daran, welche Auswirkung es für jemanden haben kann, der sich auf einmal gut abgrenzen kann und für sich einstehen kann.

    Und das ist eben deswegen besonders nachhaltig, weil es nichts mit einem spezifischen Job zu tun hat. Sondern es sind Dinge, die es dir in JEDEM zukünftigen Job leichter machen werden.

    Der entscheidende Tipp für JEDEN Job

    Daher mein Appell an dich: wenn du ahnst, dass es nicht nur der Job an sich ist, der dich unzufrieden macht, arbeite erstmal an den Themen, die unabhängig vom Job sind. Und ich wage mal zu behaupten, dass jeder Mensch solche Themen hat, die einem einfach immer wieder auf die Füße fallen. Geh da erstmal ran. Damit nicht nur dein jetziger Job, sondern auch alle weiteren, die vielleicht noch folgen werden, auf einer viel solideren Basis stehen.

    Du machst dich damit selbst stark, auch in schwierigen Zeiten innerlich gut aufgestellt zu sein.

    Stress wird es beispielsweise immer wieder geben. Ebenso schwierige Führungskräfte. Da hast du kaum bis wenig Einfluss drauf. Aber du hast Einfluss darauf, wie du damit umgehen kannst. DAS ist das Entscheidende für deinen jetzigen Job und jeden zukünftigen ebenso.

    Diese innere Arbeit bereitet dich also nachhaltig auf die Zukunft vor. Du entwickelst ein klareres Bild davon, was dir wichtig ist und kannst zukünftige Entscheidungen bewusster treffen. Gleichzeitig lernst du, dich nicht länger von äußeren Umständen dominieren zu lassen, sondern mehr Kontrolle über dein eigenes Glück zu übernehmen.

    Das macht dich nicht nur zufriedener, sondern auch unabhängiger von äußeren Bedingungen. Dich unabhängig zu fühlen, ist richtig viel wert.

    Wann ein Jobwechsel trotzdem sinnvoll ist

    Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Wechsel unumgänglich sein kann (siehe auch mein Blogartikel hier). Zum Beispiel dann, wenn dein Arbeitsumfeld toxisch ist und du dich dauerhaft unwohl fühlst. Ebenso wenn dich der Job, also die Tätigkeit an sich einfach nicht (mehr) erfüllt (bzw. du ihn eigentlich noch nie mochtest und er absolut nicht deinen Interessen entspricht). Und natürlich immer dann, wenn du selbst schon ganz viel versucht hast, deine Arbeit neu zu gestalten – aber feststellst, dass es nicht in ausreichendem Maße möglich ist.

    In all diesen Fällen ist ein Wechsel eine Chance – aber auch hier gilt: Bereite dich bewusst darauf vor, damit du nicht dieselben Muster in die neue Stelle mitnimmst.

    Fazit: Zufriedenheit beginnt bei dir

    Ein neuer Job kann vieles verändern, aber er wird nicht alles lösen. Die wahre Stärke liegt darin, dich selbst besser kennenzulernen und an deinen Herausforderungen zu wachsen.

    Indem du dich mit deiner Unzufriedenheit auseinandersetzt, stärkst du nicht nur deine Zufriedenheit und Gesundheit im Hier und Jetzt, sondern auch für dein zukünftiges Berufsleben. Denn die Fähigkeit, mit schwierigen Situationen umzugehen, wird dich überall begleiten – in jedem Job und in jedem Lebensabschnitt.

    Also frag dich: Was kannst du heute tun, um deinem aktuellen Job eine echte Verbesserung zu geben?

  • Jahresplanung mit Visionboard: Wie du deinen Job erfüllender gestaltest

    Jahresplanung mit Visionboard: Wie du deinen Job erfüllender gestaltest

    Bestimmt kennst du das: ein neues Jahr bricht an und du startest voller guter Vorsätze. Zum Beispiel, dass du pünktlicher Feierabend machen möchtest, blöde Äußerungen nicht mehr so persönlich nimmst oder dass du dich dieses Jahr wirklich darum bemühst, die Weiterbildung machen zu können. Und dann: nach nur wenigen Wochen stellst du fest, dass sich im Job einfach mal gar nichts geändert hat. Dass der Alltag dich wieder eingeholt hat und du genau da gelandet bist, wo du schon vorher warst: unzufrieden, gestresst und ohne Perspektive.

    Genau das soll im nächsten Jahr bitte anders laufen. Und deswegen ist es super, dass du hier gelandet bist, denn ich zeige dir einen Weg, um das zu vermeiden und Klarheit darüber zu gewinnen, was du wirklich willst: mit einem Visionboard.

    Ja, richtig gehört, ein Visionboard. Denn das ist so viel mehr als eine Collage aus inspirierenden Bildern – es ist ein mächtiges Werkzeug, das dir hilft, deine beruflichen Wünsche greifbar zu machen und aktiv an ihrer Umsetzung zu arbeiten. Und genau das wollen wir, oder?

    Warum ein Visionboard?

    Der Gedanke hinter einem Visionboard ist simpel: Was du visualisierst, kannst du leichter erreichen. Studien aus der Psychologie zeigen, dass Menschen, die sich ihre Ziele bildhaft vorstellen, erfolgreicher sind. Warum? Weil unser Gehirn auf Bilder stärker reagiert als auf Worte. Ein Visionboard spricht unsere Emotionen an und schafft eine Verbindung zu unseren innersten Wünschen.

    Gerade im Job kann das einen großen Unterschied machen. Vielleicht fühlst du dich in deinem Arbeitsalltag gestresst, überfordert oder gelangweilt. Ein Visionboard hilft dir, den Fokus auf das zu richten, was dich erfüllt: zum Beispiel mehr Anerkennung erhalten, klare Grenzen setzen, an spannenden Projekten arbeiten, eine harmonische Zusammenarbeit oder einfach ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben.

    Warum es so wichtig ist, Ziele vor Augen zu haben

    Lass uns erstmal verstehen, warum manche Menschen ihre Wünsche erreichen und andere nicht. Ein entscheidender Faktor ist, dass sie ein klares Ziel vor Augen haben. Ohne Ziel gibt es keinen klaren Weg, dem du folgen kannst. Es ist, als würdest du in ein Auto steigen und einfach losfahren, ohne zu wissen, wo du hinwillst.

    Ziele geben deinem Handeln eine Richtung. Sie helfen dir, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen, die dich deinem Wunsch näherbringen. Ohne ein klares Ziel besteht die Gefahr, dass du dich in Nebensächlichkeiten verlierst und nicht ins Handeln kommst. Das kennen wir doch ehrlicherweise alle – und in Zeiten, wo unsere Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media & Co. Immer geringer wird, nochmal mehr.

    Ein Visionboard hilft dir, deine Ziele sichtbar zu machen. Es ist wie eine visuelle Landkarte, die dir zeigt, wohin die Reise gehen soll. Und es erinnert dich jeden Tag daran, warum es sich lohnt, dran zu bleiben – auch wenn der Alltag stressig ist oder Hindernisse auftauchen.

    Aber wie funktionieren Visionboards überhaupt?

    Die Psychologie hinter Visionboards: Warum sie funktionieren

    Visualisierung ist ein bewährtes psychologisches Werkzeug. Wenn du dir ein Ziel konkret vorstellst, aktivierst du in deinem Gehirn Bereiche, die mit Motivation und Handlungsplanung verbunden sind. Es ist, als ob du dein inneres Navigationssystem auf ein Ziel ausrichtest.

    Unser Gehirn reagiert auf Vorstellungen ähnlich wie auf reale Erfahrungen. Wenn du dir beispielsweise lebhaft vorstellst, in einem wichtigen Meeting souverän aufzutreten, aktivierst du ähnliche neuronale Netzwerke wie in der realen Situation. Diese mentale Vorbereitung stärkt dein Selbstvertrauen und macht es wahrscheinlicher, dass du in der Realität genauso handelst.

    Das Schöne daran: Es braucht keine komplizierte Techniken. Indem du regelmäßig einen Blick auf dein Visionboard wirfst, stärkst du die neuronalen Verbindungen, die mit deinen Zielen verbunden sind. Dein Gehirn wird darauf „programmiert“, Gelegenheiten zu erkennen, die dich deinen Wünschen näherbringen. Das ist übrigens der ein ganz wichtiger Punkt: unsere Wünsche erfüllen sich nicht, indem wir sie einfach „manifestieren“ (wie ja gern behauptet wird). Sondern indem wir unseren Fokus darauf ausrichten und dadurch Gelegenheiten nutzen und suchen, die uns unserem Wunsch näher bringen.

    Jahresreflexion: Wo stehst du – und wo willst du hin?

    Bevor du ein Visionboard erstellst, ist eine ehrliche Reflexion deines aktuellen Standpunkts wichtig.

    Frag dich:

    • Was macht mich in meinem Job unzufrieden?
    • Was macht mich hingegen zufrieden?
    • Welche Momente haben mich im letzten Jahr besonders frustriert?
    • Gab es auch positive Erlebnisse, die ich gerne öfter hätte?

    Diese Fragen geben dir Klarheit darüber, was bleiben darf und was sich ändern muss. Vielleicht stellst du fest, dass es nicht unbedingt der Job an sich ist, der dich unzufrieden macht, sondern Dinge wie zu viel Verantwortung, fehlende Wertschätzung oder Konflikte im Team.

    Hindernisse auf dem Weg zur Zufriedenheit – und wie ein Visionboard hilft

    Viele Berufstätige stecken in einem Dilemma: Sie wissen, dass sie etwas ändern möchten, fühlen sich aber blockiert. Typische Hindernisse sind:

    1. Unklare Ziele: Oft wissen wir nur, was wir nicht wollen, aber nicht, was wir wollen. Ein Visionboard zwingt dich, deine Wünsche klar zu formulieren und sie visuell darzustellen.
    2. Selbstzweifel: Gedanken wie „Das schaffe ich sowieso nicht“ oder „Es wird sich nichts ändern“ halten viele davon ab, aktiv zu werden. Ein Visionboard zeigt dir, was möglich ist, und hilft, den Fokus auf positive Veränderungen zu lenken.
    3. Zeitmangel: Im hektischen Alltag bleibt kaum Raum, um über die eigenen Ziele nachzudenken. Ein Visionboard schafft diesen Raum, indem es dir erlaubt, regelmäßig innezuhalten und dich zu fragen, ob du noch auf dem richtigen Weg bist.

    Wie ein Visionboard deine Perspektive verändert

    Ein Visionboard ist nicht nur eine visuelle Sammlung deiner Wünsche – es ist ein Kompass für deine innere Ausrichtung. Indem du deine Träume und Ziele jeden Tag vor Augen hast, entsteht eine neue Perspektive auf deinen Arbeitsalltag.

    Anstatt dich auf das zu konzentrieren, was nicht funktioniert, wirst du daran erinnert, was du verändern möchtest. Es gibt dir die Kraft, selbst in schwierigen Phasen den Blick auf das zu richten, was wirklich wichtig ist. Diese emotionale Verbindung zu deinen Zielen hilft dir, motiviert zu bleiben und den Mut zu finden, auch kleine Schritte zu gehen, die dich deinem Wunsch näherbringen.

    Und das Gute: Ein Visionboard ist nichts Statisches. Es lebt mit dir und passt sich deiner Entwicklung an. Es inspiriert dich, neue Möglichkeiten zu erkennen und dich immer wieder zu fragen: „Was kann ich heute tun, um meinem Ziel näherzukommen?“

    Fazit

    Ein Visionboard ist mehr als ein kreatives Projekt. Es ist ein Tool, das dir hilft, den ersten Schritt in Richtung eines erfüllteren Arbeitslebens zu gehen. Lass das neue Jahr nicht einfach so an dir vorbeiziehen – nutze die Gelegenheit, deinen Fokus zu setzen und aktiv an deiner Zufriedenheit zu arbeiten.

    Mach den ersten Schritt. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken. 😊

     

  • Auf Jobsuche als Quereinsteiger – Chancen und Risiken

    Auf Jobsuche als Quereinsteiger – Chancen und Risiken

    Der Fachkräftemangel ist in aller Munde – und für viele Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Das führt dazu, dass sich immer mehr Unternehmen für Quereinstiege öffnen. Wenn du als Quereinsteiger auf Jobsuche bist, kann das eine tolle Chance sein.

    Auf den ersten Blick zumindest. Gleichzeitig muss man aufpassen: Wenn du selbst keine Klarheit darüber hast, was dir wichtig ist, entscheidest du dich möglicherweise für einen Job, der eigentlich so gar nicht zu deinen Wünschen und Stärken passt.

    Die Verlockungen des Arbeitnehmermarkts: Mehr Jobs, mehr Offenheit – aber auch Risiken

    Klar, der Fachkräftemangel hat den Arbeitsmarkt stark verändert. Viele Arbeitgeber suchen händeringend nach geeigneten Kandidat*innen und zeigen sich in vielen Fällen offener als früher. Sie sind eher bereit, es mit Kandidat*innen zu versuchen, die vielleicht (noch) nicht alle Anforderungen erfüllen. Gut, denn das öffnet Türen, die vorher möglicherweise verschlossen waren, vor allem für Quereinsteiger.

    Diese Offenheit bietet Chancen – doch sie bringt auch Unsicherheiten mit sich. Du könntest in einer Position landen, die sich nach einer Weile doch als unpassend herausstellt.

    Aber keine Sorge: es gibt viele Möglichkeiten, das bereits im Bewerbungsverfahren für dich herauszufinden. Denn war es früher doch so, dass der Arbeitgeber geprüft hat, ob Kandidat*innen passen – ist es heute mehr denn je so, dass DU für dich sehr genau prüfen kannst und solltest, ob der Arbeitgeber deinen Anforderungen gerecht wird.

    Dafür ist eine Sache ganz entscheidend: dass du Klarheit darüber hast, wie du arbeiten möchtest. Was du gut kannst, was du willst und brauchst, damit es dir im Job gut geht. Denn davon profitieren alle – du und auch dein Arbeitgeber.

    5 Tipps, wie du dich vor falschen Jobentscheidungen schützt

    Jetzt fragst du dich vielleicht: Wie kann ich mich davor schützen, mich falsch zu entscheiden? Hier kommen fünf praktische Tipps, um sicherzustellen, dass du den richtigen Job findest – und dich nicht in einen hineinquatschen lässt (unabhängig davon, ob es ein Quereinstieg ist oder nicht):

    1. Selbstreflexion: Was willst du wirklich? Bevor du dich überhaupt auf die Jobsuche begibst, solltest du dir klar werden, was du wirklich möchtest. Welche Werte sind dir wichtig? Welche Arbeitsumgebung passt zu dir? Überlege dir, welche Kompromisse du bereit bist einzugehen und welche nicht. Diese Klarheit hilft dir, Angebote besser zu filtern.
    2. Recherche, Recherche, Recherche: Informiere dich gründlich über das Unternehmen. Schau dir Erfahrungsberichte an, sprich mit aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden, und prüfe, wie das Unternehmen im Markt wahrgenommen wird. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, ob das Umfeld zu dir passt.
    3. Fragen, die tiefer gehen: Im Bewerbungsgespräch solltest du nicht nur zuhören, sondern auch gezielt nachfragen. Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Was erwartet das Unternehmen von dir in den ersten sechs Monaten? Wie sieht die Unternehmenskultur aus? Je mehr du fragst, desto weniger Raum bleibt für böse Überraschungen.
    4. Zeit nehmen: Auch wenn das Jobangebot verlockend klingt und du das Gefühl hast, eine Chance zu nutzen: Es ist dein gutes Recht, dir die Bedenkzeit zu nehmen, die du brauchst – manchmal reicht eine Nacht, es dürfen aber auch mehrere sein.
    5. Beratung einholen: Manchmal hilft es, mit jemandem zu sprechen, der nicht emotional in der Situation steckt. Das können Freund*innen oder Familienangehörige sein oder auch ein Coach oder Mentor.

     

    Fazit: Chancen nutzen, aber mit Klarheit

    Der Fachkräftemangel und die immer größer werdende Offenheit der Arbeitgeber bietet große Chancen auch für Quereinsteiger auf Jobsuche.

    Die solltest du unbedingt nutzen und mutig sein, dich auf Stellen zu bewerben, auf die du richtig Lust hast – auch wenn du (noch) nicht alle Anforderungen erfüllst.

    Wichtig ist einfach, dass du mit echter Klarheit und einem Plan vorgehst. Hab genau im Blick, was du brauchst und prüfe das gut ab. Nimm dir die Zeit, gut abzuwägen, und triff keine überstürzte Entscheidung. Wenn du dir deiner Werte, Ziele und Grenzen bewusst bist und gut recherchierst, hast du die besten Chancen, den Job zu finden, der wirklich zu dir passt.

  • 5 typische Fehler beim Jobwechsel

    5 typische Fehler beim Jobwechsel

    Vielleicht spielst du hin und wieder mit dem Gedanken, dich woanders zu bewerben. Vielleicht ist deine Meinung dazu aber auch sehr sprunghaft: während du an einem Tag überzeugt bist, dir was Neues zu suchen, denkst du dir am nächsten Tag dann doch „Soll ich wirklich Risiko eines Jobwechsels eingehen, dass es woanders vielleicht sogar noch schlimmer ist? Nee!!“

    Denn ja, natürlich kann das passieren und jeder kennt wahrscheinlich irgendwen, der gekündigt hat, etwas Neues begonnen hat und es dann doch bereut hat.

    Fakt ist: Ein Jobwechsel birgt immer ein Risiko.

    Aber: man kann es stark minimieren.

    Indem man bestimmte Fehler vermeidet, bevor man seine Kündigung abgibt. Und diese Fehler solltest du natürlich kennen. Daher werde ich dir hier 5 typische Fehler zeigen, die beim Jobwechsel passieren können. Schon ein einziger dieser Fehler kann dazu führen, dass du schnell wieder unzufrieden im Job bist und deine Entscheidung bereust. Schau sie dir genau und – ich zeige dir natürlich auch, was du tun kannst, um sie zu vermeiden, logo!

    Fehler 1: „Hauptsache weg“ – Motivation beim Jobwechsel

    Ein sehr häufiger Fehler, der begangen wird, ist die typische Weg-von-Motivation. Das kennst du vielleicht auch: du bist unzufrieden mit bestimmten Aspekten deines Jobs, manchmal sogar verzweifelt mit der Gesamtsituation und willst einfach nur weg. Heißt dann oftmals aber auch: wohin es gehen soll, ist gar nicht wirklich klar.

    Das ist zum einen für dich selbst schwierig, denn wonach sollst du deine Suche ausrichten? Wie kannst du eine fundierte Entscheidung treffen? Woher willst du wissen, dass es im neuen Job dann nicht wieder ähnlich ist?

    Zum anderen wird dir das spätestens im Vorstellungsgespräch auf die Füße fallen, wenn du etwas dazu sagen sollst, warum du wechseln möchtest. Denn, das weißt du ja: sich negativ über den alten Job, den alten Arbeitgeber zu äußern – das geht natürlich nicht (und ja, manchmal ist das gar nicht so einfach).

    Was also tun? Versuche herauszuarbeiten, was du dir von deinem nächsten Arbeitgeber, von deiner nächsten Joboption tatsächlich erhoffst. Was dich motivieren würde, dort zu arbeiten. So kommst du zum wichtigen Ergebnis, dass du deine „Hin-zu“-Motivation gefunden hast.

    Fehler 2: Lebenslauf überbewerten und dich ausschließlich an Status-Kriterien orientieren

    Ein Karrieresprung, eine „höhere“ Position, mehr Geld, mehr Verantwortung, vielleicht ein Firmenwagen – das kann schon ganz schön verlockend sein. Insbesondere in unserer Gesellschaft, in der derartige Statussymbole nach wie vor auch viel mit einem unserer grundlegenden Bedürfnisse zu tun haben: Anerkennung und Zugehörigkeit. 

    Doch hier sollten wir aufpassen, dass diese Kriterien nicht alle anderen Kriterien überlagern. Denn die können ja durchaus einen deutlich größeren Einfluss auf unser Wohlbefinden und damit unser Leben haben, als Geld und Status.

    Daher: beleuchte alle Aspekte, die für dich wichtig sind und schau dann, ob das Gesamtpaket stimmt. Und wenn viele wichtige Aspekte erfüllt sind und dann noch das Gehalt verlockend ist – umso besser!

    Fehler 3: keine Klarheit haben, was du eigentlich für den „Traumjob“ brauchst

    Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, was sie wirklich brauchen, damit sich die Arbeit für sie gut anfühlt. Dabei sollte klar sein, dass „Traumjob“ nicht bedeutet, dass alles super ist (daher mag ich den Begriff auch nicht wirklich). Denn natürlich wird es in jedem Job Aspekte geben, die du nicht magst und die dich stören. Diese sollten jedoch keinen zu großen Teil ausmachen.

    Weißt du jedoch selbst nicht, was du wirklich brauchst, ist die Suche nach einem neuen Job auch irgendwie „ziellos“. Doch nicht nur das. Auch die Unsicherheit, den Schritt wirklich zu gehen, ist einfach groß.

    Dass wirkliche Klarheit so häufig fehlt – das ist nicht weiter verwunderlich, da es dafür Zeit  für eine zielführende Reflexion braucht. Aus jahrelanger Erfahrung kann ich dir genau das aber nur ans Herz legen. Es lohnt sich. Denn wenn du Klarheit darüber hast, was du willst und brauchst, kannst du so viel leichter erkennen, ob ein Job dazu passt.

    Heißt: die Zeit, die du einmal investierst, bekommst du hinten wieder raus. Warum? Ganz einfach: weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass du ohne Klarheit (wieder) in einem Job landest, der dich nicht zufrieden macht. Und du dich dann erneut nach etwas Neuem umschauen wirst. Oder aber unglücklich verharrst – was sicherlich für dich und möglicherweise deine Gesundheit nicht die beste Entscheidung ist.

    Fehler 4: zu wenige relevante Fragen beim neuen Arbeitgeber stellen

    Und damit kommen wir zum – wie ich finde – wichtigsten Punkt: wenn du Klarheit hast, was du willst und brauchst, dann kannst du genau das in einem Vorstellungsgespräch erfragen.

    Ja, du weißt, dass du im Bewerbungsgespräch immer gut vorbereitet sein solltest auf die Frage am Schluss „Hast du noch Fragen an uns?“ – und du somit selbstverständlich immer Fragen hast, die du stellen kannst.

    Aber sind wir mal ehrlich: wie viele davon (bzw. die Antworten darauf) bringen dich wirklich weiter? Helfen dir wirklich dabei, eine gute Entscheidung zu treffen? Zu häufig habe ich Standardfragen gehört, die einfach nur gestellt wurden, damit man halt ne Frage stellt.

    Fakt ist: beeindrucken wirst du mit solchen Fragen wahrscheinlich die wenigsten. Und du hast davon auch nichts (und das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt).

    Daher: stelle gute Fragen. Gute Fragen sind die, die hilfreiche Antworten liefern. Antworten, mit denen du für dich weitermachen kannst bei deiner Entscheidungsfindung.

    Und solche Fragen sind es dann auch, die auf der anderen Seite Eindruck hinterlassen. Win-win würde ich sagen.

    Fehler 5: das eigene Bauchgefühl beim Entscheiden ignorieren

    „Ich hatte schon so ein ungutes Gefühl, aber es haben einfach alle Argumente dafür gesprochen“ – vielleicht kennst du das. Eigentlich hat einem der eigene Körper klare Signale gesendet, dass es wahrscheinlich keine gute Entscheidung wäre. Aber wie so oft: nur die Fakten zählen. Und wenn die FÜR etwas sprechen und man das Bauchgefühl nicht wirklich verbalisieren kann – tja, dann wird das oftmals einfach ignoriert.

    Daher: nimm dein Bauchgefühl ernst und geh ihm auf die Spur. Denn es wird gute Gründe dafür geben. Prüfe, ob sich ein negatives Gefühl durch bestimmte Maßnahmen (z.B. weitere Informationen einholen) verringern lässt – oder auch nicht. Und dann triff eine Entscheidung, die sowohl dein Kopf als auch dein Bauch mitgeht.

    Fazit

    Wenn du vor der Entscheidung stehst, dir einen neuen Job zu suchen, nimm dir ausreichend Zeit. Du hast gesehen, dass eine gute Reflexion essenziell ist, um die genannten Fehler beim Jobwechsel zu vermeiden. Auch wenn sich das im ersten Moment aufwändig und zeitintensiv anhört, sparst du dir am Ende viel Zeit durch Fehlentscheidungen wieder ein.

  • Schulnoten und die Bedeutung für unser Berufsleben

    Schulnoten und die Bedeutung für unser Berufsleben

    Die Sommerferien stehen vor der Tür und das heißt auch: Zeugniszeit. Ob du nun selbst Kinder hast oder nicht – sicherlich erinnerst du dich noch gut an diese Zeit, in der du gespannt, aufgeregt, vielleicht freudig, vielleicht aber auch ängstlich und unsicher deinem Zeugnis entgegengeblickt hast…

    Ich nehme es gleich mal vorweg: ich finde Noten nicht besonders prickelnd. Und auch wenn ich selbst ziemlich gut durch die Schulzeit und das Schulsystem „gekommen“ bin, hätte ich nichts gegen eine Schule mit weniger Bewertungsdruck. So ist unser Schulsystem aber nicht und so wurden wir und werden die Kinder von heute weiterhin durch abstrakte Zahlen bewertet. Doch wie sehr prägen uns Bewertungen wirklich? Und inwiefern beeinflussen sie unser weiteres berufliches Leben? Zu diesen Fragen möchte ich in diesem Blogartikel meine Gedanken mit dir teilen.

    Der Mythos der Noten

    In unserer Gesellschaft weit verbreitet ist doch der Gedanke: nur wenn ich gute Noten habe, kann ich erfolgreich werden und das machen, was ich möchte.

    Wir wissen, was schulisch als gut bewertet wird, kann beruflich sogar total hinderlich sein. Zum Beispiel erinnere ich mich noch gut an einen Lehrer in der Mittelstufe des Gymnasiums, der sehr ordentlich und genau war und für seine in Schönschrift und akkurater Linien gemalten Tabellen an der Tafel bekannt war. Unsere Aufgabe in der Klassenarbeit: genau diese Tabellen reproduzieren. Benutzte man ein anderes Wort innerhalb der Tabelle, als er es aufgeschrieben hatte, war es ein Fehler. Bedeutete: gute Noten bekamen diejenigen, die sehr gut auswendig lernen konnten. Diejenigen, die sich anpassen konnten und die Erwartungen der Lehrer*innen erfüllten.

    In der Arbeitswelt ist das reine Reproduzieren aber nicht mehr die gefragte Fähigkeit Nummer 1 (schon gar nicht in Zeiten von ChatGPT & Co.). Es ist also offensichtlich, dass Noten nur einen sehr begrenzten Teil unserer eigentlichen Fähigkeiten und Talente erfassen. Denn was ist mit Kreativität, Ideenreichtum, Innovation, Risikobereitschaft, Fehlertoleranz und all den sozialen Kompetenzen? Sind das nicht in Wirklichkeit genau die Kompetenzen, die wir in der Zukunft der Arbeitswelt brauchen? Die uns helfen, in sich stark wandelnden Zeiten zuversichtlich nach vorn zu blicken und auch sich selbst immer wieder neu zu erfinden? Sich selbst immer wieder neu zu erfinden heißt ja auch, sich nicht immer wieder an der Schulnote von damals zu orientieren.

    Die Auswirkungen auf das Berufsleben

    War auch ich früher überzeugt, dass gute Schulnoten zu hoher Wahrscheinlichkeit auch zu einem hohen beruflichen Erfolg führen werden, habe ich gelernt: dem ist nicht so. Und ich kenne glücklicherweise haufenweise toller Menschen, die sich mit viel Mühe und viel Frust durch die Schulzeit kämpften und dann doch beruflich sehr erfolgreich (gerade mit den Fähigkeiten, die nicht durch Noten erfasst wurden). Hier muss ich direkt anmerken: wenn ich hier von „erfolgreich“ schreibe, dann meine ich das in dem Sinne, wie es hier weithin gesellschaftlich angenommen wird. Hoch auf der Karriereleiter und ein gutes Gehalt. Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich persönlich „Erfolg“ genau nicht danach definiere, sondern danach, wie zufrieden du mit dem bist, was du machst, ob es dich erfüllt und ob du Freude hast. Und manchmal sind das eben nicht die Jobs, die gesellschaftlich unmittelbar mit „Erfolg“ verbunden werden.

    Die Frage ist doch: wie können wir Entscheidungen für berufliche Wege so treffen, dass sie wirklich uns entsprechen? Denn sind wir mal ehrlich, bei vielen ist es doch so: wenn wir eine Idee im Kopf haben, läuft im Kopf doch meistens direkt nebenher ab, was andere darüber denken. Wie andere das bewerten. Wie findet das wohl meine Mutter? Meine beste Freundin? Tanta Karla? Natürlich können Meinungen von anderen durchaus hilfreich sein, weil sie uns nochmal weitere Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig sollten wir – insbesondere dann, wenn wir dazu neigen, eher auf andere als auf uns selbst zu hören – sehr gut an uns selbst beobachten, wie unsere Entscheidungen zustande kommen. Konkret: wir sollten immer darauf aufpassen, dass wir selbst bei der Entscheidungsfindung eine größere Rolle spielen als die Meinung anderer. Denn es geht ja um dich!

    Löse dich von der Bewertungsfalle

    Es kommt der Moment im Leben, da kommen wir ins Grübeln und fragen uns, was das eigentlich alles soll? Wie es eigentlich kommt, dass wir so abhängig sind von Bewertungen anderer und warum wir so wenig auf uns selbst hören. Und dann entsteht der Wunsch: uns nicht mehr über die Bewertung anderer zu definieren, sondern nur noch einen Maßstab ansetzen: unseren eigenen. Was können wir also tun, um uns aus dieser Bewertungsfalle zu befreien?

    Der wichtigste Punkt klingt so langweilig, ist aber entscheidend: uns selbst reflektieren. Unseren bisherigen Weg, unsere Entscheidungen und natürlich auch unsere persönlichen Ziele. Was sind die Dinge, die uns wirklich interessieren? Was brauche ich, um wirklich zufrieden zu sein? Und was kann ich dafür tun? Wer kann mich dabei unterstützen? Fragen wie diese können uns einen großen Schritt nach vorne bringen und uns helfen, unseren eigenen Weg und unsere eigene Definition von Erfolg zu finden. Das bedeutet nicht, dass es immer einfach sein wird, das ist klar. Aber es ist ein Weg, der sich lohnt zu gehen: weil er uns erfüllt und uns langfristig zufriedener macht.

    Was ich außerdem sehr hilfreich finde: nicht nur im stillen Kämmerlein allein für sich zu reflektieren, sondern sich Gleichgesinnte zu suchen. Sich auszutauschen mit anderen und festzustellen: ich bin mit meinen Gedanken nicht allein. Sich gemeinsam für neue Gedanken und Verhaltensmuster zu öffnen kann um ein Vielfaches leichter sein.

    Fazit

    Noten sind nicht und sollten nicht das Maß aller Dinge sein. Die eigentlich Kunst ist es, sich ok zu fühlen und seinen eigenen Weg zu verfolgen – unabhängig von Noten. Glücklicherweise ist Schule im Wandel (wenn auch viel zu langsam) und es gibt immer mehr tolle und engagierte Lehrer*innen, die – auch wenn sie im „System Schule“ stecken – Möglichkeiten suchen und finden, Kindern ihren Wert fernab der Noten zu vermitteln.

  • 3 typische Fehler bei der beruflichen Neuorientierung

    3 typische Fehler bei der beruflichen Neuorientierung

    Du wünschst dir wirklich sehr, dass du endlich die Zeit auf der Arbeit genießen kannst. Freudig über deine Arbeit zu sprechen – ein Träumchen. Aber meilenweit von der Realität entfernt. Da an einen Jobwechsel zu denken, liegt nahe. Wichtig ist jedoch, dass du typische Fehler bei der beruflichen Neuorientierung kennst, damit du sie vermeiden kannst.

    Du weißt: Du bist zwar nicht zufrieden, aber du bist niemand, der sich damit einfach abfindet. Nein, du nimmst es in die Hand – und suchst nach Alternativen. Dafür scrollst du regelmäßig in Jobbörsen, hast diverse Job Alerts abonniert, aber stellst immer wieder seufzend fest: „So wirklich was NEUES ist das auch nicht…“ „Was mach ich denn bitte falsch?“, fragst du dich?

    Erstmal möchte ich dir sagen: es ist sooo gut, dass du dich damit auseinandersetzt und das Thema damit aktiv angehst. Denn hey, Arbeit macht am Ende ganz schön viel Zeit deines Tages aus – wär irgendwie ganz nett, wenn dir das dann auch gefällt, oder? Und – für den Fall, dass du nicht komplett im Home-Office arbeitest – wenn man die Fahrtzeiten noch dazurechnet, bleibt in manchen Fällen nicht mehr allzu viel Freizeit übrig. Es macht also ziemlich viel Sinn, sich damit zu beschäftigen, die Arbeit für sich schöner zu gestalten.

    Von meinen Klient*innen weiß ich, dass die meisten VOR unserem Coaching schon echt viel versucht haben, um ihre berufliche Situation zu verbessern. Ohne Erfolg. Hier verrate ich dir die 3 häufigsten Fehler bei der beruflichen Neuorientierung – und was du stattdessen machen kannst.

    Fehler 1 bei der beruflichen Neuorientierung: Nach Stellenanzeigen suchen

    Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der diesen Schritt nicht geht. Nach Stellenanzeigen zu suchen ist für viele auch eine gute Bewältigungsstrategie: denn wenn wir aktiv werden, haben wir wieder das Gefühl, die Kontrolle über die Situation (zurück) zu erlangen. Und natürlich kannst und solltest du (auch, bitte nicht nur!) in Stellenanzeigen nach geeigneten Jobs Ausschau halten.

    Nur: besser nicht im 1. Schritt. Warum? Weil du höchstwahrscheinlich eh nur nach komplett ähnlichen Jobs wie bisher suchst – obwohl du doch eigentlich was anderes willst. Du suchst quasi mit Scheuklappen. „Geht ja auch gar nicht anders“ denkst du und das kennen sicher alle. Aber das Ergebnis ist oft eben auch: Ernüchterung. Weil du feststellst, dass die Jobs auch nicht groß anders sind als das, was du jetzt schon machst.

    Die Alternative?

    Was du brauchst sind neue Impulse und Offenheit. Dafür ist es zunächst wichtig, dass du dich mit dir selbst beschäftigst. Und auch deine aktuelle Jobsituation mal unter die Lupe nimmst: Was genau ist es eigentlich, was dich stört? Hat das wirklich mit dem Job an sich zu tun oder sind das eigentlich ganz andere Faktoren, die da reinspielen. Und wenn es ein neuer Job sein sollte, was soll der dir eigentlich „geben“? Welche deiner Stärken willst du einbringen, welche deiner Interessen? Was brauchst du eigentlich, damit es dir beruflich gut geht?

    Wenn du da für dich Klarheit hast und für dich die Entscheidung getroffen hast, dass du tatsächlich einen neuen Job brauchst, DANN solltest du schauen, wo du das finden kannst. Und diese ganze Analyse machst du am besten schriftlich – nicht nur im Kopf, ok? Vielleicht möchtest du dir ein schönes Notizbuch dafür zulegen, um all deine Gedanken festzuhalten oder doch lieber digital? Hauptsache so, dass es dir Freude macht, deine Gedanken festzuhalten. Denn diese Basis ist total entscheidend.

    Fehler 2: Die berufliche Neuorientierung „auf morgen“ verschieben

    Ich bin sicher kein Fan von voreiligen, unüberlegten Aktionen. Wenn du jedoch feststellst, dass du nicht erst seit 4 Wochen beruflich nicht so wirklich zufrieden bist (bei vielen sind das viele, viele Monate bis JAHRE sind, bevor sie ins Tun kommen) – dann wird es Zeit. Höchste Zeit. Weil die Zeit vergeht ja einfach so schnell. Ehe wir uns versehen, sind die Jahre vergangen. Das kennen wir alle, weil der Alltag uns einfach einnimmt und wir in unseren täglichem Trott und unseren Gewohnheiten so drinstecken. Und manchmal sind es natürlich auch Glaubenssätze, die uns daran hindern, loszugehen. Auch daran lohnt es sich zu arbeiten – diesen Punkt lassen wir hier einmal außen vor.

    Was kannst du also tun?

    Dich aktiv entscheiden, das Thema berufliche Veränderung für dich anzugehen. Und damit meine ich nicht, dass du sofort kündigen solltest. Ich meine damit, dass du loslegst (und natürlich solltest du mit der ausführlichen Analyse, die ich vorhin beschrieben habe, starten). Mache es dabei möglichst konkret. Ganz konkret.

    Was genau willst du wie und bis wann gemacht haben? Welche Schritte braucht es, um dein Ziel zu erreichen? Auch hier natürlich: aufschreiben! Und kleiner Bonus-Tipp: Sag einer lieben Person in deinem Umfeld Bescheid – sie möge dann bitte mal nachfragen, wie es läuft. Glaub mir, das wirkt!

    Fehler 3: Dich von Tante Trude beeinflussen lassen

    Wenn der Moment gekommen ist, dass du Ideen für deine berufliche Zukunft im Kopf hast (möglicherweise hast du sogar schon welche?), bist du wahrscheinlich voller Tatendrang und willst sie eigentlich am liebsten sofort umsetzen – naja, nicht ganz, denn da ist logischerweise auch noch ganz schön viel Unsicherheit mit im Spiel. Und dann schießt dir wieder in den Kopf, was Tante Trude sagen könnte. Oder deine Beamten-Freundin Beatrix. Und die werden dir das ganz sicher ausreden. Lieber schön im alten Job bleiben. Ist schließlich sicherer.

    Was also tun?

    Ja, ich finde es auch wichtig, Risiken mitzudenken. Ziemlich wichtig sogar. Gleichzeitig sollte man sich nicht ausschließlich auf die Risiken konzentrieren. Es braucht zusätzlich aber auch eine gute Portion Veränderungsbereitschaft und Mut. Hier hilft es enorm, wenn du ein paar unterstützende Menschen um dich herum hast. Solche, die beim ersten Tief statt „Siehst du, hab ich dir doch gleich gesagt, dass das nix ist“ sagen: „Hey, das ist jetzt echt doof – aber wir packen das. Lass uns schauen, was du jetzt brauchst. Ich glaub an dich.“ Und solche, die vielleicht sogar schon ein paar Schritte weiter sind als du selbst. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, das ist so viel wert.

    Das waren 3 typische Fehler bei der beruflichen Neuorientierung, die mir immer wieder begegnen – und die du vermeiden kannst. Ja, das kostet Zeit, Bewusstsein und Aufmerksamkeit – aber es lohnt sich am Ende sehr. Insbesondere deshalb, weil sich die Arbeitswelt ja immer weiter verändern wird und wir zukünftig mehr denn je eine Sache können müssen: uns neu positionieren und uns auf neue Situationen einlassen.

  • Berufliche Veränderung: so bekommst du sie hin – trotz Angst

    Berufliche Veränderung: so bekommst du sie hin – trotz Angst

    Sobald du an eine berufliche Veränderung denkst, wird die Angst groß – mindestens genauso groß ist aber auch deine Sehnsucht nach etwas Neuem. Einer positiven Veränderung. Diese innere Zerrissenheit treibt dich um und raubt dir Energie. Und vielleicht auch den Schlaf… In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du eine Veränderung hinbekommst, auch wenn dich deine Angst aufzuhalten scheint..

    Ich bin von Grund auf ein sicherheitsliebender Mensch. Fing ich früher zuhause an, mich in irgendwelchen Szenarien zu verfangen, was alles passieren könnte, WENN… – mein Vater hatte stets seine Standard-Antwort parat: „Das Lebens ist eins der gefährlichsten.“ Ich rollte innerlich (und äußerlich) mit den Augen. Er ergänzte: „Wenn du das Haus verlässt, kann dir immer ein Baum auf den Kopf fallen.“

    Rückblickend betrachtet muss ich darüber ein bisschen schmunzeln: Sicherheit war durchaus ein ziemlich wichtiger Wert in meiner Familie.

    Und obwohl in mir schon immer eine leise Stimme der Sehnsucht nach einem Auslandsaufenthalt da war, ich wagte es nicht in der Schulzeit. Nicht nach dem Abi. Nicht im Studium. Nach dem Studium wusste ich: JETZT ist so ziemlich die letzte Chance vorm Eintritt ins Berufsleben. Und so wagte ich mich nach Südafrika, um im Township zu arbeiten – mit krasser Angst im Gepäck. Einen Rückzieher zu machen kam nicht in Frage: wusste ich doch, dass es ausschließlich die Angst ist, die mich abhalten will. Ich wollte es mir beweisen. Neues wagen.

    Diese 7 Monate gehören zu den schönsten und prägendsten meines Lebens. Scheint also durchaus auch was Gutes zu haben, nicht NUR auf das Sicherheitsbedürfnis zu hören, was?

    Aber der Reihe nach. In diesem Blogbeitrag möchte ich darauf eingehen, woher dieses Sicherheitsbedürfnis eigentlich kommt, wie es uns beeinflusst und was du mit diesem Wissen dann also tun kannst, damit deine Sehnsüchte genauso Gehör finden können. Und du damit eine berufliche Veränderung trotz Angst meistern kannst.

    Woher kommt das Sicherheitsbedürfnis?

    Naja, erstmal ist Sicherheit ein Grundbedürfnis, das wir Menschen alle (die einen mehr, die anderen weniger) in sich tragen. Insbesondere unsere Eltern und Großeltern haben zudem durch die Weltkriege verständlicherweise ein besonders hohes Sicherheitsbedürfnis. Das natürlich an die Kinder (und Enkelkinder…) weitergegeben wird. Und wer schon mal selbst erlebt hat, was es heißt, kaum über die Runden zu kommen, wird möglicherweise aufgrund dieser individuellen und sicherlich schmerzlichen Erfahrung auch ein besonders hohes Sicherheitsbedürfnis haben (wobei das durchaus auch in die andere Richtung gehen kann).

    Worauf ich an dieser Stelle besonders eingehen möchte: die Schule und was unser Schulsystem eigentlich dazu beiträgt, unser Sicherheitsbedürfnis zu beeinflussen. Ich weiß nicht, wie das bei dir war, aber was ich selbst erlebt habe und auch von vielen, vielen anderen höre: dass die Schulzeit sehr doll geprägt ist von diesem großen Ziel, uuuunnnbedingt einen guten Schulabschluss machen zu müssen. Weil – so die Angst vieler Eltern – sonst wird aus dem Kind ja nix. Dass das Quatsch ist (und überhaupt: was heißt das eigentlich, dass „aus einem was wird“???), muss ich dir sicher nicht erzählen.

    Und ich kenne durchaus nicht wenige (heute erwachsene) Leute, denen das echt krass viel Stress bereitet hat. Die richtig Angst hatten, kein gutes Abi zu machen oder gar das Abi nicht zu packen. Weil sie dachten, dann haben sie keine Perspektive. Und Angst ist nun nicht unbedingt die beste Voraussetzung, um etwas zu lernen. Es ist die schlechteste.

    Erinnerst du dich, wie das Lernen für Klausuren aussah? Ziel war ja eine gute Note. Heißt: wer sich gut anpassen kann, wer das wiedergibt, was die Lehrer hören wollten, war schonmal auf einem guten Weg. Fehler vermeiden (weil die werden ja, rot angestrichen, rot = Alarm!). Nun mal ne kurze Frage: wie entstehen eigentlich Innovationen? Kreative Ideen? Ich lass das mal so stehen.

    (Mir ist bewusst, dass das definitiv NICHT für alle Lehrer*innen gilt. Es gab und gibt glücklicherweise immer mehr, die sich auf großartige Weise dafür einsetzen, dass Lernen Spaß macht – auch wenn das in dem System Schule nicht immer leicht ist. An dieser Stelle also ein Herzliches Dankeschön, macht bitte weiter!).

    Wie beeinflusst uns das Sicherheitsbedürfnis?

    Je nachdem, wie sehr wir ermutigt wurden, uns auszuprobieren, Fehler zu machen (und daraus zu lernen), werden wir also auch als Erwachsene uns ins Risiko wagen – oder eben nicht. Heißt auch: je stärker das Sicherheitsbedürfnis insgesamt ausgeprägt ist, desto weniger innovative und kreative Ideen wird es insgesamt geben. Also auch weniger Fortschritt.

    Vielleicht kennst du das Zitat von Edison nach seinen etlichen Versuchen, eine Glühbirne zu entwickeln: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert.“ Da können wir also ziemlich froh und dankbar sein, dass er sich nach einem Mal Scheitern nicht direkt wieder von der Idee abgewandt hat.

    Womöglich würden wir dann noch im Dunkeln sitzen. Genauso wie viele, viele Menschen mit starkem Sicherheitsbedürfnis in einer Situation „festsitzen“, die ihnen eigentlich gar nicht (mehr) gefällt. Sie verharren im Altbekannten. Weil es viel zu riskant wäre, was Neues zu wagen. Wie ich in einem anderen Blogbeitrag bereits geschrieben hatte: über lange Zeit unglücklich im Status Quo zu verharren, kann auch sehr riskant werden. Denn das kann natürlich wiederum auf die Gesundheit (mental und physisch) schlagen.

    Und: wir werden gegenüber neuen, unbekannten Situationen immer unsicherer. Hups. Wir wollen Sicherheit und werden unsicherer? Ja, zumindest was „das Neue“ betrifft. Weil wir darin ja weniger Erfahrung sammeln und weniger Erfolgsmomente erleben à la „Wow, ich kann das ja (doch)“. Und wie wir alle wissen, wird die Arbeitswelt immer unsicherer (Stichwort VUCA-Welt). Insofern tun wir gut daran, zu üben, mit neuen Situationen umzugehen. Damit bereiten wir uns hervorragend auf die Arbeitswelt der Zukunft vor. Und ermöglichen uns dabei großartige Chancen. Chancen, dass es richtig, richtig gut wird (so wie bei mir damals in Südafrika).

    Was kannst du tun – damit berufliche Veränderung gelingt?

    So, nun könntest du dazu geneigt sein, dein Sicherheitsbedürfnis zu verfluchen – scheint es dich doch an so vielen Dingen zu hindern.

    Stopp, warte. Denn das Sicherheitsbedürfnis meint es ja gut mit dir: es sorgt dafür, dass du dich nicht kopflos in Gefahrsituationen begibst. Dass du dich nicht „einfach so“ komplett verschuldest. Oder auch, dass du nicht „einfach so“ deinen Job hinschmeißt – auch wenn du unzufrieden bist. Das ist ziemlich cool und dafür dürfen wir, darfst du deinem Sicherheitsbedürfnis einmal danke sagen. Würdigen, was es da Gutes für dich tut.

    Wichtig ist: das Sicherheitsbedürfnis sollte nicht so stark sein, dass es dich komplett lähmt und dir tatsächlich regelmäßig im Weg steht, Chancen von Veränderungen zu nutzen. Dich an deiner persönlichen Entwicklung hindert – obwohl du dir das insgeheim wünschst.

    Daher braucht es an der Seite deines Sicherheitsbedürfnisses auch einen Anteil in dir, der bereit und in der Lage ist, sich auf Neues einzulassen. Dem Prozess zu vertrauen. Dir selbst zu vertrauen. Das geht übrigens besonders gut, wenn du INNERE Sicherheit spürst (dazu hatte ich hier auch schon geschrieben – auch, was helfen kann, diese aufzubauen).

    Die Angst, eine beruflicher Veränderung (oder auch generell Veränderungen) anzugehen, ist hier ja oft die, dass man sich in eine Situation begibt, die dann (in den inneren Horror-Szenarien) ganz schlimm endet. Das ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich, eben WEIL du ja nicht einfach so kopflos losrennst ins Ungewisse. Sondern du hast ja stets dein Sicherheitsbedürfnis mit an Board – das wird also schon dafür sorgen, dass sich alles in einem Rahmen bewegt, in dem die Risiken vorausgedacht und Bewältigungsmöglichkeiten vorab überlegt wurden.

    Darauf achte ich auch im Coaching immer: dass das Sicherheitsbedürfnis unbedingt mit berücksichtigt wird. Denn ich wage mal zu behaupten, dass die wenigsten Menschen vom Typ her so sind, von jetzt auf gleich ins kalte Wasser zu springen. Daher ist es wichtig, nach Möglichkeiten zu suchen, tatsächlich loszugehen und dabei ein „Sicherheitsnetz“ gespannt zu haben.

    Was für ein Sicherheitsnetz könnte das sein? Wenn du beispielsweise mit dem Gedanken spielst, eine Selbständigkeit aufzubauen, wäre es ziemlich riskant, dein Angestelltenverhältnis zu kündigen und davon auszugehen, dass du von Tag 1 der Selbständigkeit ausreichend Einnahmen generierst. Viel klüger ist es, das Ganze erstmal nebenbei zu starten. Dann kannst du vielleicht anfangen, deine Stunden zu reduzieren und wenn die ganze Sache dann irgendwann so gut läuft, dass dir die Zeit fehlt – kannst du entweder weiter reduzieren oder natürlich ganz reingehen.

    In dieser Kombination erscheint es dann viel weniger ängstigend und wirklich praktisch umsetzbar.

    Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Du willst den Job wechseln, aber da ist diese Sorge: Was, wenn es dort noch schlimmer wird? Was, wenn die Bedingungen nicht mindestens genauso gut sind wie jetzt? Verständlich – aber du hast viel mehr in der Hand, als du vielleicht denkst!

    Gerade der Bewerbungsprozess ist nicht nur dazu da, dass das Unternehmen dich unter die Lupe nimmt – du kannst (nein: solltest!) ihn auch nutzen, um herauszufinden, ob der neue Job wirklich zu dir passt. Das Vorstellungsgespräch ist deine Chance, die richtigen Fragen zu stellen: Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Wie geht das Team mit Fehlern um? Wie flexibel sind die Arbeitszeiten? All das hilft dir, ein Gefühl dafür zu bekommen, ob du dich dort wohlfühlen wirst – und nicht einfach blind ins nächste Abenteuer zu springen. Wichtig ist, dass du für dich geklärt hast, was die für dich entscheidenden Kriterien sind, auf die es dir im Job ankommt. Damit du auch die richtigen (!) Fragen stellen kannst.

    Wie auch immer du dich entscheidest: wenn du dir berufliche Veränderung wünschst, überlege dir Wege, die du wagst zu gehen, allein oder mit Unterstützung. Nicht zu groß und nicht zu klein. Gangbar und anspornend zugleich.

  • Berufliche Neuorientierung mit 30, 40 oder 50? 5 Gründe, warum du nie zu alt bist

    Berufliche Neuorientierung mit 30, 40 oder 50? 5 Gründe, warum du nie zu alt bist

    Bringen wir es direkt auf den Punkt: es gibt ihn nicht , den idealen Zeitpunkt für eine beruflichen Neuorientierung. Tatsächlich ist es komplett egal, wie alt du bist. Denn: ob du nun 30, 40, 50 oder gar 60 Jahre als bist – jedes Alter hat seine Vorteile. Und seine Nachteile. Wann also ist dann der richtige Zeitpunkt? Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn du spürst, dass es so nicht weitergehen kann. Dass es eine berufliche Veränderung braucht..

    Und wahrscheinlich weißt du das. Und doch regen sich da wild fuchtelnde, protestierende Stimmen in dir: „Wenn ich jetzt nochmal neu starte, fange ich doch ganz von vorne an.“ Und abgesehen davon hast du doch eigentlich auch gelernt: „Was man anfängt, bringt man auch zu Ende.“ Puuuuhhh, gar nicht so leicht.

    Und gleichzeitig gibt es sie (sonst würdest du diesen Text hier nicht lesen): eine (noch) leise Stimme in dir, die sagt: „Doch, doch, bitte geh neue Wege, ich mag so nicht mehr. Ich will endlich wieder Freude, jaaaa???!!“

    Vorab schonmal: es ist komplett normal, bei solch Veränderungsprozessen, viele, viele unterschiedliche (!) innere Stimmen zu haben. Du kannst dich also entspannt zurücklehnen: so geht es den allerallermeisten. Und doch könnte es, bitteschön, gern etwas leichter sein, oder?

    Nun ja, dazu habe ich diesen Text geschrieben. Wenn du immer wieder aufgrund deines Alters den Gedanken an eine berufliche Neuorientierung zur Seite schiebst, ist dieser Blogbeitrag für dich. Ich zeige dir 5 Gründe, warum du dich – egal wie alt du bist – für einen neuen beruflichen Weg entscheiden kannst. 

    1. Dein bisheriger Weg ist nie „vertane Zeit“

    All das, was du bisher gemacht hast, wird dir in irgendeiner Form weiterhelfen. Davon bin ich überzeugt. Selbst wenn es thematisch etwas vollkommen anderes ist, und du auf den ersten Blick denkst: „Das hat ja nun mal so gar nix miteinander zu tun“ – wirst du irgendetwas aus der Vergangenheit im neuen Job anwenden können. Vielleicht der Umgang mit Kund*innen oder mit schwierigen Mitmenschen? Vielleicht, dass du gelernt hast, mit ungewohnten Situationen souverän umzugehen? Oder tatsächlich auch fachlich – auch wenn du was anderes machst. So ist es bei mir ja auch. Meine Erfahrung als Personalerin ist jetzt total hilfreich, gerade wenn es um Bewerbungsprozesse geht.

    2. Weiterentwicklung und Lernen passiert außerhalb der Komfortzone

    Natürlich kannst du auch in deinem bisherigen Job Neues dazulernen. Die Frage ist, wie weit „schubst“ dich das außerhalb deiner Komfortzone? Denn ja, ich gebe zu: die Komfortzone ist echt nett und bequem. Wie ein kuscheliges Sofa zum drauf-rum-lümmeln. Nur weißt du wahrscheinlich auch aus Erfahrung, dass du dich – einmal niedergelassen und es dir so richtig schön gemütlich gemacht – nur seeeeehr schwer wieder aufstehen kannst. So ähnlich ist’s natürlich auch im Job. Und wirkliches Lernen, wirkliches Wachsen, das kann nur passieren, wenn du über dein bisheriges Ich hinauswächst. Heißt: deine Komfortzone verlässt. Unbekanntes Terrain betrittst. Was sicherlich anfangs beängstigend ist (glaub mir, ich kenn das auch!). Wenn du aber erstmal ein paar Schritte gegangen bist und sich ein „ahhhh, spannend, das gibt’s auch“ oder ein „ach schau, das bekomm ich ja hin, hätte ich gar nicht gedacht – und wow, das macht ja echt FREUDE“-Gefühl eingestellt hat – dann, ja dann fragst du dich, warum du das nicht schon viel früher gemacht hast. Denn: alles ist schwer, bevor es leicht ist.

    3. Deine Gesundheit wird es dir danken

    Wenn du beruflich nicht zufrieden bist, du überfordert bist vom Dauer-Stress oder unterfordert vor Langeweile – wahrscheinlich wird sich auch dein Körper irgendwann zu Wort melden: „Hallo, geht’s noch? So bitte nicht mehr“. Schlechter Schlaf, Verspannungen, Dauer-Grübeln und Dauer-schlechte-Laune. Um nur ein paar Beispiele zu bringen. Und ja: man kann auch einfach so lange warten, bis der Körper die Not-Bremse zieht. Und gar nichts mehr geht. Manche Menschen hören nicht auf leisere Signale. Was natürlich schade ist – aber auch verständlich, wenn wir bedenken, wie die meisten von uns großgeworden sind („Ach komm, stell dich nicht so an, weiter geht’s“). Und doch: deine Gesundheit ist dein wichtigstes Gut, das weißt du natürlich (eigentlich zumindest). Daher sollte allein DAS schon Grund genug sein, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen, der dir gut tut. Dir Freude macht, dir Energie gibt. Sodass sowohl dein Körper als auch deine Psyche erleichtert aufatmen können: „So darf es weitergehen!“

    4. Du bist ein Vorbild für andere

    Ob du willst oder nicht: es wird Menschen geben, die sich an dir orientieren, dich als Vorbild nehmen oder zumindest zum Abgleich für so Fragen wie „Kann man das so machen?“. Und solltest du Kinder haben, wird es noch offensichtlicher – denn sie orientieren sich in ganz besonderer Weise an uns. Bilden innere Arbeitsmodelle aus à la „Ahhh, so macht man das also auf dieser Welt.“ Du darfst dich also fragen: wofür möchtest du Vorbild sein? Dafür, dass man das, was man begonnen hat, halt durchzieht, egal wie es einem geht? Für mich persönlich ist das ein ganz großer Motor: meinen Kindern vorzuleben, dass es sich lohnt, neue Wege einzuschlagen. Unsichere Wege. Loszugehen und weiterzugehen, auch wenn es schwierig wird. Damit auch sie später einmal genau daran wachsen können.

    5. Nutze deine verbleibende Zeit

    Häufig höre ich von Klient*innen am Anfang unserer Zusammenarbeit: „Ich hangel mich von Wochenende zu Wochenende“. Oder von Urlaub zu Urlaub. Die Frage ist nicht nur: Warum eigentlich? Sondern vor allem: Wie lange willst du das noch so machen?

    Denn sind wir mal ehrlich – eine Stunde kann sehr lang sein, wenn wir etwas tun, was uns keine Freude macht. Ein ganzer Tag erst recht. Und nun rechne dir mal bitte aus, wie viele Tage es noch bis zur Rente mit (mindestens) 67 sind. Wie möchtest du deine verbleibenden Jahre nutzen?

    Fazit

    So, das waren 5 Gründe, warum es nie zu spät für eine berufliche Neuorientierung ist. Und ich bin mir sehr sicher: das waren noch nicht alle. Sicher ist jedoch, dass es nicht DAS perfekte Alter für eine berufliche Veränderung gibt. Sondern dass es sich immer lohnt. Und es immer genau dann der richtige Zeitpunkt ist, wenn du für dich feststellst, dass es dir beruflich über eine längere Zeit nicht gut geht. Du nicht (mehr) richtig zufrieden bist. Und bei dem Gedanken, so bis zur Rente weiterzumachen, alles andere als ein Lächeln übers Gesicht huscht. Und für genau dieses Lächeln beim Gedanken an deine Arbeit lohnt sich der Weg. Lohnt sich jeder Schritt. 

  • Berufliche Neuorientierung in Krisenzeiten

    Berufliche Neuorientierung in Krisenzeiten

    Kennst du das? Deine innere Stimme mit dem Wunsch nach beruflicher Veränderung wird immer lauter. Die Reaktion: Schnappatmung, Schweißausbrüche. Denn, äh hallo? Berufliche Veränderung? Wir haben Krise. Und zwar schon ziemlich lange.

    Nicht, dass die Pandemie uns nicht schon genug zugesetzt hätte, nein, jetzt kommt der Krieg in Europa und die Energiekrise noch dazu. Wie kann man in dieser Situation bitte auch nur ansatzweise an eine berufliche Neuorientierung denken?? „Ich kann so froh sein, überhaupt einen sicheren Job zu haben.“ Denkst du – und versuchst das Thema zur Seite zu schieben.

    Wenn du dich bis hier wiederfindest, dann ist dieser Blogbeitrag für dich.

    Und vielleicht starten wir erstmal damit, wann es NICHT sinnvoll ist, den Job hinzuschmeißen und sich was Neues zu suchen. Mir fallen da spontan 3 Gründe ein:

    Unzufriedenheit seit kurzer Zeit

    Lass es uns direkt auf den Punkt bringen: es gibt nicht DEN Job, bei dem immer alles super ist. Das weißt du natürlich. Selbst bei mir als Selbständige, die sich ihren Job ja komplett selbst „bauen“ konnte, gibt es natürlich einige Dinge, die ich schlicht verfluche (Hallo Buchhaltung…). Es kommt auf die Menge der Dinge an, die dich frusten im Verhältnis zu den Dingen, die dir Freude machen. Wichtig ist natürlich, dass die schönen Dinge deutlich (!) überwiegen. Sagen wir mal es sollte schon so 70:30 sein. Das mal vorweg.

    Und dann ist es natürlich so, dass es immer mal Phasen geben kann, wo es echt grade super schwierig ist, wo sich blöde Aufgaben häufen, du vielleicht auch noch ständig die Krankheitsvertretung „nebenbei“ schmeißen musst und die Stimmung insgesamt auf dem Tiefpunkt ist. Wichtig ist, dass du nicht zu schnell alles hinschmeißt. Sondern erstmal genau in die Analyse gehst: wie lang bin ich eigentlich unzufrieden? Wenn es erst 1 Woche ist, dann warte bitte ab… Wenn es 1 Jahr ist, geh das Thema weiter an und analysiere für dich die Gesamtsituation, womit du eigentlich unzufrieden bist und ob das in irgendeiner Form zu ändern ist.

    Konflikte und negatives Feedback

    Der zweite Punkt, den einige Menschen manchmal zu schnell den Entschluss fassen lässt zu kündigen sind Konflikte und negatives Feedback. Und hier muss man natürlich auch wieder differenzieren. Selbstredend, dass du bei Mobbing oder extrem toxischem Umfeld dir selbst keinen Gefallen tust. Bei anderen Konflikten hingegen kann es sehr (!) lohnenswert sein, daran zu arbeiten. Und ja, natürlich weißt du, dass du den anderen eh nicht ändern kannst, schon klar. Was du aber ändern kannst: deinen eigenen Umgang damit. Denn damit kannst du dann wiederum Änderungen des anderen bewirken. Ziemlich klug, nicht immer einfach (da kann ein Coaching helfen), aber super wertvoll. Für dich: weil du eure Wechselwirkung verstehst und aktiv Einfluss nehmen kannst. Für dich: weil es möglicherweise Themen sind, die dir so oder so ähnlich immer mal wieder passieren – hmmm, und daher waaaahrscheinlich auch in nem neuen Job. Für dich also: weil du viel handlungsfähiger in Zukunft bist und aktiv die Situation verbessern kannst. Und letztlich lernst du ziemlich gut, mit schwierigen Menschen umzugehen.

    Andere Stelle lockt mit mehr Geld

    Meine Meinung: etwas mehr Geld sollte nicht der einzige Beweggrund sein zu wechseln. Geld ist schön und gut, ja – aber wenn der Rest nicht stimmt, bringt dir das auch nichts. Denn dann ist es nur eines: Schmerzensgeld. Und vielleicht hast du es auch schonmal gehört: das Lebensglück steigt ab einem Jahreseinkommen von 60.000 € nicht mehr weiter an.

    So, nun haben wir also 3 Szenarien, bei denen du dir sehr gut überlegen solltest, ob es sinnvoll ist den Job hinzuschmeißen. Übrigens ganz unabhängig von Krisenzeiten.

    Kommen wir nun zum (noch) spannenderen Teil: was sind Gründe dafür, den Jobwechsel anzugehen, auch wenn gerade alle von Krise sprechen?

    Gesundheit vor allem

    Wenn der Job dir an deine (mentale oder physische) Gesundheit geht, ist für mich der unverhandelbare Punkt erreicht, wo du gehen solltest. Die Notbremse ziehen, und zwar bitte BEVOR es gesundheitlich so richtig den Bach runtergeht.

    Und da zähle ich eine langfristige Unzufriedenheit mal mit dazu, denn die wird wahrscheinlich über kurz oder lang dazu führen, dass du das auch gesundheitlich merkst.

    Gesundheit geht immer vor – und zwar (selbstredend) auch dann, wenn draußen grade Krise ist. Denn sind wir mal ganz ehrlich: dein „sicherer“ Job (das ist es doch, was dich hält, oder?) nützt dir dann auch nichts mehr, wenn du beispielsweise ein Burnout bekommst – und dann gar nix mehr geht. Gesundheitliche Sicherheit (wenn ich das mal so nennen darf) ist daher auch wichtig (in meinen Augen wichtiger als finanzielle Sicherheit). Und, das wirst du während der Pandemie ja auch mitbekommen haben: viele ach so sicher geglaubten Jobs waren auf einmal gar nicht mehr sicher. Diese Sicherheit ist also auch ein Trugschluss. Und vor allem: du hast es nicht in der Hand. Das ist das Entscheidende.

    Innere Sicherheit ist wichtiger als äußere

    Was jedoch viel wichtiger ist (und was du by the way auch in der Hand hast): deine eigene, innere Sicherheit. Damit meine ich, dass du dir deiner selbst sicher bist. Zum einen darüber, was du wirklich kannst und willst und auch brauchst, um beruflich zufrieden zu sein (um das dann – na logo – auch selbstsicher im Vorstellungsgespräch kommunizieren zu können). Zum anderen fühlst du dich dann innerlich sicher, wenn du weißt, dass du in der Lage bist, mit neuen Situationen umzugehen. Flexibel zu sein. Und sich damit auch selbstwirksam zu fühlen. Selbstwirksamkeitserwartung meint nach dem Psychologen Albert Bandura, dass du dir selbst vertraust, „aufgrund eigener Kompetenzen gewünschte Handlungen auch in Extremsituationen erfolgreich selbst ausführen zu können“ (Wikipedia). Und wenn du dir jetzt denkst: „Ist ja schön und gut für die, die das haben – ich hab’s nicht so wirklich doll ausgeprägt.“ – warte noch.

    Selbstwirksamkeitserwartung ist lernbar. Zum einen natürlich dadurch, dass du selbst schwierige Herausforderungen meisterst – und dadurch gestärkt bist und dich sicherer fühlst. Und ja, du wirst es ahnen: sich beruflich neu zu orientieren kann dich also auch stärker machen. Weil du diese Herausforderung (die Veränderungen immer auch sind) bewältigt hast. Und da sich die Arbeitswelt der Zukunft ohnehin sehr ändern wird und wir nicht genau wissen, was kommt, kann man nicht früh genug damit anfangen, den Umgang mit Ungewissheit zu trainieren. Zweitens lässt sich die Selbstwirksamkeitserwartung erhöhen durch Erfahrungen von (dir möglichst ähnlichen) anderen aka Lernen am Modell. Außerdem gibt’s da noch die verbalen Ermutigungen anderer und den erfolgreichen Umgang mit Emotionen (z.B. Stressreaktionen vermindern).

    Du siehst also: du kannst was dafür tun, dass du in dir eine Sicherheit spürst, die dir gerade in Krisenzeiten viel mehr hilft als eine vermeintliche äußere Sicherheit.

    Fazit

    Wenn du für dich also spürst, dass die Zeichen auf Veränderung stehen, schenke dieser inneren Stimme, diesem inneren Bedürfnis Beachtung. Und ja: Angst gehört dazu (auch ich kenne das). Die darf auch sein und hilft dir, wohlüberlegt zu handeln und nichts zu überstürzen.

    Und damit Veränderung leichter wird, möchte ich dir zum Abschluss zwei Impulse mitgeben.

    Es ist absolut normal, in unsicheren Zeiten an etwas bekannten, beständigen festzuhalten. Das gibt uns Sicherheit und ein Gefühl der Kontrolle zurück. Wenn du also beruflich etwas veränderst, schau mal, ob es für dich sinnvoll ist, an anderen, wertvollen Routinen für dich festzuhalten.

    Oder andersrum: wenn du (noch) nicht bereit bist, den Job zu wechseln, schau was du dir sonst noch ausgemalt hast für deine berufliche Zukunft und was du davon du schon HEUTE umsetzen kannst.