3 typische Fehler bei der beruflichen Neuorientierung – und wie du sie vermeidest

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Du wünschst dir wirklich sehr, dass du endlich die Zeit auf der Arbeit genießen kannst. Freudig über deine Arbeit zu sprechen – ein Träumchen. Aber meilenweit von der Realität entfernt.

Dennoch gibst du dich damit nicht zufrieden, du nimmst es in die Hand – und suchst nach Alternativen. Du scrollst regelmäßig in Jobbörsen, hast diverse Job Alerts abonniert, aber stellst immer wieder seufzend fest: „So wirklich was NEUES ist das auch nicht…“ „Was mach ich denn bitte falsch?“, fragst du dich?

Erstmal möchte ich dir sagen: es ist sooo gut, dass du dich damit auseinandersetzt und das Thema damit aktiv angehst. Denn hey, Arbeit macht am Ende ganz schön viel Zeit deines Tages aus – wär irgendwie ganz nett, wenn dir das dann auch gefällt, oder? Und – für den Fall, dass du nicht komplett im Home-Office arbeitest – wenn man die Fahrtzeiten noch dazurechnet, bleibt in manchen Fällen nicht mehr allzu viel Freizeit übrig. Es macht also ziemlich viel Sinn, sich damit zu beschäftigen, die Arbeit für sich schöner zu gestalten.

Von meinen Klient*innen weiß ich, dass die meisten VOR unserem Coaching schon echt viel versucht haben, um ihre berufliche Situation zu verbessern. Ohne Erfolg. Hier verrate ich dir die 3 häufigsten Fehler – und was du stattdessen machen kannst.

1. Nach Stellenanzeigen suchen

Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der diesen Schritt nicht geht. Nach Stellenanzeigen zu suchen ist für viele auch eine gute Bewältigungsstrategie: denn wenn wir aktiv werden, haben wir wieder das Gefühl, die Kontrolle über die Situation (zurück) zu erlangen. Und natürlich kannst und solltest du (auch, bitte nicht nur!) in Stellenanzeigen nach geeigneten Jobs Ausschau halten.

Nur: besser nicht im 1. Schritt. Warum? Weil du höchstwahrscheinlich eh nur nach komplett ähnlichen Jobs wie bisher suchst – obwohl du doch eigentlich was anderes willst. Du suchst quasi mit Scheuklappen. „Geht ja auch gar nicht anders“ denkst du und das kennen sicher alle. Aber das Ergebnis ist oft eben auch: Ernüchterung. Weil du feststellst, dass die Jobs auch nicht groß anders sind als das, was du jetzt schon machst.

 

Was kannst du also stattdessen tun?

Was du brauchst sind neue Impulse und Offenheit. Dafür ist es zunächst wichtig, dass du dich mit dir selbst beschäftigst. Und auch deine aktuelle Jobsituation mal unter die Lupe nimmst: Was genau ist es eigentlich, was dich stört? Hat das wirklich mit dem Job an sich zu tun oder sind das eigentlich ganz andere Faktoren, die da reinspielen. Und wenn es ein neuer Job sein sollte, was soll der dir eigentlich „geben“? Welche deiner Stärken willst du einbringen, welche deiner Interessen? Was brauchst du eigentlich, damit es dir beruflich gut geht? Wenn du da für dich Klarheit hast und für dich die Entscheidung getroffen hast, dass du tatsächlich einen neuen Job brauchst, DANN solltest du schauen, wo du das finden kannst. Und diese ganze Analyse machst du am besten schriftlich – nicht nur im Kopf, ok? Vielleicht möchtest du dir ein schönes Notizbuch dafür zulegen, um all deine Gedanken festzuhalten oder doch lieber digital? Hauptsache so, dass es dir Freude macht, deine Gedanken festzuhalten. Denn diese Basis ist total entscheidend.

2. Die Jobsuche "auf morgen" aufschieben

Ich bin sicher kein Fan von voreiligen, unüberlegten Aktionen. Wenn du jedoch feststellst, dass du nicht erst seit 4 Wochen beruflich nicht so wirklich zufrieden bist (bei vielen sind das viele, viele Monate bis JAHRE sind, bevor sie ins Tun kommen) – dann wird es Zeit. Höchste Zeit. Weil die Zeit vergeht ja einfach so schnell. Und ehe wir uns versehen, sind die Jahre vergangen. Und das kennen wir alle, weil der Alltag uns einfach einnimmt und wir in unseren täglichem Trott und unseren Gewohnheiten so drinstecken. Und manchmal sind es natürlich auch Glaubenssätze, die uns daran hindern, loszugehen. Auch daran lohnt es sich zu arbeiten – diesen Punkt lassen wir hier einmal außen vor.

 

Was kannst du also tun?

Dich aktiv entscheiden, das Thema berufliche Veränderung für dich anzugehen. Und damit meine ich nicht, dass du sofort kündigen solltest. Ich meine damit, dass du loslegst (und natürlich solltest du mit der ausführlichen Analyse, die ich vorhin beschrieben habe, starten). Mache es dabei möglichst konkret. Ganz konkret.

Was genau willst du wie und bis wann gemacht haben? Welche Schritte braucht es, um dein Ziel zu erreichen? Auch hier natürlich: aufschreiben! Und kleiner Bonus-Tipp: Sag einer lieben Person in deinem Umfeld Bescheid – sie möge dann bitte mal nachfragen, wie es läuft. Glaub mir, das wirkt!

3. Dich von Tante Trude beeinflussen lassen

Wenn der Moment gekommen ist, dass du Ideen für deine berufliche Zukunft im Kopf hast (möglicherweise hast du sogar schon welche?), bist du wahrscheinlich voller Tatendrang und willst sie eigentlich am liebsten sofort umsetzen – naja, nicht ganz, denn da ist logischerweise auch noch ganz schön viel Unsicherheit mit im Spiel. Und dann schießt dir wieder in den Kopf, was Tante Trude sagen könnte. Oder deine Beamten-Freundin Beatrix. Und die werden dir das ganz sicher ausreden. Lieber schön im alten Job bleiben. Ist schließlich sicherer.

Ja, ich finde es auch wichtig, Risiken mitzudenken. Ziemlich wichtig sogar. Gleichzeitig sollte man sich nicht ausschließlich auf die Risiken konzentrieren. Es braucht zusätzlich aber auch eine gute Portion Veränderungsbereitschaft und Mut. Hier hilft es enorm, wenn du ein paar unterstützende Menschen um dich herum hast. Solche, die beim ersten Tief statt „Siehst du, hab ich dir doch gleich gesagt, dass das nix ist“ sagen: „Hey, das ist jetzt echt doof – aber wir packen das. Lass uns schauen, was du jetzt brauchst. Ich glaub an dich.“ Und solche, die vielleicht sogar schon ein paar Schritte weiter sind als du selbst. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, das ist so viel wert.

 

Das waren 3 typische Fehler, die mir immer wieder begegnen – und die du vermeiden kannst. Ja, das kostet Zeit, Bewusstsein und Aufmerksamkeit – aber es lohnt sich am Ende sehr. Insbesondere deshalb, weil sich die Arbeitswelt ja immer weiter verändern wird und wir zukünftig mehr denn je eine Sache können müssen: uns neu positionieren und uns auf neue Situationen einlassen.

Über mich

Coaching berufliche Neuorientierung Anne Klien

Hallo, ich bin Anne, Psychologin und Coach.

Die Selbständigkeit war ehrlicherweise kein Weg, der mir auch nur ansatzweise in die Wiege gelegt wurde. Wäre ich also meinem Muster weiter gefolgt, so würde ich noch heute als halb-zufriedene Personalerin arbeiten. Dass ich trotz Sicherheitsbedürfnis und Zweifeln komplett neue Wege gegangen bin, hilft mir, deinen Struggle im Veränderungsprozess zu verstehen und GLEICHZEITIG dafür zu sorgen, dass du losgehst. Weil ich weiß: nur durchs Losgehen finden wir unser Ziel. Und nur durchs Losgehen wachsen wir.

Beim Losgehen möchte ich dich begleiten: durch den Blog und meine Coaching-Angebote.

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