Warum Recherchieren nach Berufen und Studiengängen nicht ans Ziel führt!

    Klarheit über sich selbst hilft sich im Informationsdschungel zurechtzufinden. Foto: Adobe Stock

    Informationen über Ausbildungen und Studiengänge gibt es heutzutage umfassend und in sehr guter Qualität. Keine Generation zuvor hatte derart gute Möglichkeiten, sich zu informieren, zu vergleichen und von Erfahrungen von anderen zu profitieren.
    Doch bevor du dich dieser Informationen bedienst, solltest du im ersten Schritt Klarheit gewinnen. Was heißt das konkret?

    Du solltest dich intensiv mit Fragen wie diesen beschäftigen: was sind eigentlich meine Talente und Fähigkeiten, was konnte ich schon immer gut und wofür hab ich von anderen Lob und Anerkennung bekommen? Wie ist eigentlich meine Persönlichkeit, was dabei sind meine Stärken, sowohl allein, als auch in der Familie oder anderen Gruppen? Für welche Themen begeistere ich mich und kann mich ohne Mühe damit beschäftigen? Was genau treibt mich an, um was zu „schaffen“, was brauche ich, damit es mir im Arbeitsleben gut geht?

    Sowohl aus eigener Erfahrung als auch aus zahlreichen Gesprächen mit Klienten
    weiß ich: dies sind in der Regel keine Fragen, mit denen man sich als junger Mensch tagtäglich beschäftigt. Und auch in der Schule wird dieses Thema eher weniger bis gar nicht behandelt.

    Gravierend eigentlich, wenn man sich vor Augen führt, dass ohne diesen wichtigen Schritt die Suche nach dem passenden Ausbildungs- oder Studienweg nicht zielführend sein kein. Denn: „passend“ impliziert, dass dieser Weg zu DIR passen muss. Und um das beurteilen zu können, musst du dich mit all den genannten Fragen beschäftigt haben. Keine leichte Aufgabe, aber sie lohnt sich. Besonders hilfreich kann es sein, sich zusätzlich zu den eigenen Einschätzungen auch Feedback von Eltern, Freunden oder anderen wichtigen Bezugspersonen einzuholen.
    Was Klarheit nicht bedeutet bzw. nicht bedeuten kann: dass man zum Zeitpunkt der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium bereits klar weiß, wohin der Weg in 5, 10, oder 15 Jahren führen wird (abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen). Das bereitet vielen jungen Menschen Sorgen, würden sie am liebsten schon vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums wissen, was genau Sie in 5 oder 10 Jahren damit machen werden. Dieser Wunsch und Anspruch ist nachvollziehbar und verständlich – kennen wir es doch von unseren Großeltern genau so: man lernt etwas und arbeitet sein Leben lang für ein Unternehmen. Wir leben heute in einer anderen, sich stark wandelnden Arbeitswelt. Der Anspruch, bereits jetzt die nächsten Jahrzehnte vorplanen zu können ist weder realistisch noch klug. Die fehlende Festlegung ist aber zugleich auch eine große Chance, sich immer weiterzuentwickeln und neu auszurichten. Auch hier gut, wenn man zuvor Klarheit über sich gewonnen hat und so weiß, wie man seinen inneren Kompass ausrichten muss, um immer wieder aufs Neue erfüllende und passende Tätigkeiten auszuüben.

    Es ist essentiell, diese Sorgen nicht unter den Tisch zu kehren. Suche dir eine vertraute Person, mit der du diese Sorgen besprechen kannst, ohne dass sie runtergespielt werden. Es gilt, sie zu verstehen, ernst zu nehmen und einen guten Umgang damit zu finden. So dass am Ende eine Entscheidung auf der Basis der eigenen inneren Klarheit möglich ist. Und gleichzeitig der Unklarheit der Zukunft ent-spannt und ge-spannt entgegenblicken zu können.

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